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26.01.2021

Viel gefördert – viel erreicht: Rückblick auf ein erfolgreiches „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ im Jahr 2020

Mitten im ersten Corona-Lockdown, im April 2020, startete das „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ umgesetzt durch den Deutschen Verband für Archäologie (DVA) in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund (DMB). 

Schon länger wissen wir um die Bedeutsamkeit kultureller Vermittlungsorte in ländlichen Räumen. Trotzdem liegt die Aufmerksamkeit oft auf den Kultureinrichtungen in größeren Städten. Die Idee hinter dem Soforthilfeprogramm war deshalb eine Förderinitiative zu schaffen, die sich bedarfsorientiert und niedrigschwellig ausdrücklich an Museen, archäologische Parks und Bodendenkmalstätten in ländlichen Räumen richtet. Kulturorte außerhalb der Ballungszentren sollten bei der Qualifizierung unterstützt und damit ein Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse geleistet werden. Hierfür stellte die Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages insgesamt 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel stammten dabei auch im Jahr 2020 aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE).

Ab dem 20. April 2020 konnten sich die oben genannten Einrichtungen – egal ob öffentlich oder privat getragen – auf eine Förderung von bis zu 25.000 EUR bei einem Eigenanteil von 25 % der Gesamtkosten bewerben. Es wurden allerdings nur Anträge aus Städten und Gemeinden, mit weniger als 20.000 Einwohnern, akzeptiert (bei Berücksichtigung von eingemeindeten Orten). Gefördert werden konnten Sanierungen und Bauerhalt, sowie Modernisierungsmaßnahmen zur Schaffung einer besseren Zugänglichkeit der Einrichtung bzw. der Ausstellungen. Auch die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Einrichtung war förderbar. Die Maßnahmen mussten – mit wenigen Ausnahmen – im Kalenderjahr 2020 abgeschlossen werden.

Insgesamt 149 Projekte konnten über das „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen“ im Laufe des Jahres in Förderung gebracht werden. Die geförderten Einrichtungen verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet und sind auch thematisch von einer großen Vielfalt geprägt – von der kleinen Heimatstube im Ruhrgebiet, über das Museumsschiff an der Nordsee und das archäologische Freilichtmuseum am Bodensee bis zum Industriedenkmal in der Lausitz. Einsehbar sind die Projekte auf dieser Seite.

Das Förderprogramm hat gezeigt: Auch kleine Summen können einen großen Unterschied machen. Wichtig ist, dass bedarfsorientiert investiert wird und die Maßnahmen gut umsetzbar sind. Die Einrichtungen werden mit viel Herzblut und zu einem großen Teil mit hohem ehrenamtlichem Engagement geführt. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese besonderen Orte zu erhalten und zukunftsfest zu machen.  

Obwohl die Fördermittel im Laufe des Jahres durch die BKM zweimal aufgestockt wurden, konnte dem großen Förderbedarf nur teilweise entsprochen werden. Viele Anträge blieben aufgrund der hohen Nachfrage leider unberücksichtigt. Es ist deshalb umso erfreulicher, dass sich mit dem „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen 2021“ nun erneut die Möglichkeit für Kulturorte in ländlichen Räumen bietet, ihre Einrichtungen zu qualifizieren und so Regionalgeschichte noch mehr Menschen nahezubringen.